3D Scannen mit Kinect & Co

Eine sehr einfache und sehr preiswerte Möglichkeit, 3D Scannen auszuprobieren, ist das Scannen mit sogenannten "Tiefensensoren".

"Tiefensensoren" messen und speichern die Tiefe = Entfernung zwischen Kamera und Objekt - im Falle der Kinect mit Hilfe von Infrarot-Punktewolken.

Ursprünglich wurde die Kinect von Microsoft auf den Markt gebracht, um Spielern der XBox Gelegenheit zu geben, mittels Gestensteuerung direkt ins Spielgeschehen einzugreifen. Dazu misst die Kinect die Entfernung und Position der Mitspieler und überträgt diese Informationen in das Spiel.

Neben der Original-Kinect, die es in 2 Varianten gibt (eine für Xbox, eine für Windows) gibt es vergleichbare Sensoren von ASUS (Xtion Pro Live) oder von Primesense. Mein Lieblingssensor ist der ASUS Xtion Pro Live, da er sehr klein und kompakt ist, und keine extra Stromversorgung benötigt (Stromversorgung geschieht über die USB-Schnittstelle).

Findige Softwareentwickler haben spezielle Applikationen für diese Sensoren entwickelt, die alle auf der Hardwaretechnologie der israelischen Firma  PrimeSense basieren (die im Jahr 2015 von Apple gekauft wurde), mit denen die reinen Tiefeninformationen als 3D Scandaten zur Verfügung gestellt werden.

Die bekanntesten 3D Scan Applikationen für Kinect & Co sind

- Fablitec - nur für Windows. Wurde allerdings seid November 2014 nicht mehr aktualisiert

- RecFusion - nur für Windows. Sehr gute Scans, Benutzeroberfläche etwas zu "technisch"

- Skanect Pro - für Mac und Windows. Sehr intuitive Benutzeroberfläche, sehr gute Scans, unterstützt auch iPad/ iPhone 6 Sensoren via WiFi-Anbindung

Preislich bewegen sich alle Applikationen zwischen € 99 und € 149

Da eine Kinect sicher in vielen Haushalten oder im Bekannten- oder Freundeskreis zur Verfügung steht,  ist die Investition in die Welt des 3D Scannens recht überschaubar. Übrigens kann man alle drei genannten Pakete als Demoversion (mit eingeschränktem Funktionsumfang) herunterladen und ausprobieren.

Kleine Gegenstände lassen sich sich kaum abscannen, recht gute Ergebnisse erzielt man aber beim Abscannen von Personen, größeren Gegenständen wie z.B. Möbeln, Motorrädern (siehe Fotos) oder Räumen.

Zur Weiterverarbeitung lassen sich die 3D-gescannten Gegenstände meistens als OBJ-, PLY-, VRML oder STL Datei abspeichern:
Die STL-Datei kann sofort mit jedem 3D Drucker ausgedruckt werden!

Eine Übersicht über die momentan verfügbaren 3D Scan Applikationen (ohne Garantie für Vollständigkeit und Richtigkeit) finden Sie als PDF hier

 

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